Das Prinzip des kapitalistischen Systems ist es, reich zu werden. Deshalb raubt der Mensch die Natur aus, um Geld daraus zu machen. Er verkauft völlig gewissenlos unsere Mutter Erde, wie eine Hure, für billiges Etwas, was sich "Geld" nennt. Und das alles nur dafür, damit sein Arsch es schön bequem hat auf dem kuschel-weichen-warmen Sessel, um sich irgendwelchen sinnlosen und manchmal wirklich traurigen, erbärmlichen Shit in der 10.000.-DM-16:9-Glotze zu geben. Nur ein Abfallprodukt, irgendwo im rieseigen Abfallhaufen... Oder auf einer schönen Yacht, irgendwo auf einer einsamen Insel, nicht ahnend, dass seine Tage schon gezählt sind, da das Ozonloch bereits Australien überschritten hat. "Cool, baby! Iss mir doch Schnitte! Ich hab's cool hier, warum soll ich den mir jetzt irgendwelche Sorgen machen, hä?" Dämlicher Trottel. Genau solche Leute produziert das kapitalistische System, wie am Fließband, wie eigentlich alles in diesem System wie am Fließband läuft. Ja nicht stehen bleiben, ja nicht stehen bleiben! Der Kurs muss weiterlaufen, die Aktien, die Aktien... Oh mein Gott, der Dollar wieder gefallen... Was mache ich denn nun? Schrecklich! Ich will nicht mehr... Uuuuund schüss! Mann, ist das Haus hoch! Mann, fliegt der Typ lange! Mann, wie er nur brüllt! Ich wette, in dem Moment denkt er sich: "Ich will wieder zurück!" Aber zu spät, zu spät, leider zu spät, baby! Das war's wohl!
Es ist übrigens nicht der harte Sarkasmus, der aus meinem Munde flutet. Nein nein, ich gebe nur die Tatsachen wieder, mehr nicht. Oder glauben Sie, dass ich etwa Bullshit erzählt habe mit der Geschichte mit dem Hochhaus? Darin liegt ja dieser ganze Humor, diese Ironie, dieser Wahnsinn, der so normal ist wie noch irgend was, weil die Leute einfach nicht in der Lage sind zu realisieren: a) dass es noch etwas anderes gibt wie dass hier; b) dass wir so nicht mehr lange weiter leben können. Ich habe diese Geschichte erzählt um anzudeuten, dass der Mensch gelernt hat, sein Überleben nicht von der Natur abhängig sein zu lassen, sondern vom Dollar-Kurs. Ich wollte andeuten, dass der Mensch, so wie er jetzt lebt, absolut gegen alle möglichen Gesetze der Natur lebt. Und damit im Endeffekt gegen sich selber, denn der Mensch ist ein Teil der Natur, obwohl ihm das so schwer fällt zu glauben. Stattdessen versucht er der Natur zu entfliehen, baut sich große Städte mit viel Vergnügen, Vergnügen, lauter Vergnügen, quasi als Ersatz für irgend etwas, was ja wahrscheinlich die "Natur" sein könnte. Ich meine damit auch und ganz besonders die Natur im Innern seiner Seele. Der moderne Mensch lebt psychisch und physisch ungesund, gegen die Natur. Die Natur steckt aber im Menschen drin, wir können ihr nicht entfliehen. Wir werden müde, krank, schlapp, traurig, depressiv, irgend etwas. Und der Moderne Mensch ist ja natürlich auch schon ganz fleißig dabei, etwas gegen die Natur in sich selber zu unternehmen, entwickelt "Neueste Errungenschaften der Menschlichen Zivilisation" in Form von irgendwelchen Pillen. Und plötzlich, nach 50 Jahren stellt sich heraus: Antibiotika töten nicht alle Bakterien, ein Teil überlebt und ist gegen dieses Mittel immun. Und weil wir gerade bei immun sind - das Immunsystem kann seine Funktionen nicht ausüben und entwickelt sich immer mehr und mehr zurück, wie eine Armee, die wegrationalisiert wird, sobald sie nicht mehr gebraucht wird. Wäre doch klüger gewesen, das Immunsystem seine Aufgabe verrichten zu lassen, wie es seit tausenden von Jahren zuvor praktiziert wurde. Und dieses Beispiel mit den Pillen betrifft alle «Neueste Errungenschaften der Menschlichen Zivilisation». Der Mensch entwickelt sich lauter technische Spielereien, um der Natur zu entkommen, um die Natur zu überlisten - aber überlisten tut er letztendlich nur sich selber. Das Auto zum Beispiel, eine dieser «Errungenschaften», ermöglicht dem Menschen, es schön warm und bequem zu haben, überall rumfahren und schnell sein, ohne die eigene Energie dafür zu verausgaben. Stattdessen verausgabt er fremde Energie, nämlich die Energie aus der Natur (Rohstoff). Und dann, nach fast 100 Jahren (vom Wissen her eigentlich schon viel früher) stellt sich heraus: Autos verschwenden Rohstoffe. Irgendwann haben wir nichts mehr, womit wir es im Winter schön warm haben. Dauerndes Sitzen im Auto macht krank. Der Mensch ist nicht zum Sitzen geboren, sondern zum stehen und gehen. Soviel zum Thema «die Natur, die im Menschen drinnen steckt und sich nicht überlisten lässt». Autos verpesten die Luft. Die bittere Rhetorik darin - wir selber nehmen uns die Luft zum atmen weg. Autos stoßen Co2 aus. Zu viel Co2 führt zu einer Klimaveränderung, nämlich zu ihrer Erwärmung. «Cool baby! Dann iss wenigstens richtig warm im Winter! Weg damit, ich kann den Winter sowieso nicht ausstehen, diese ganze Kälte und Frost! Igitt-igitt! Und im Sommer - da wird's richtig cool, baby! Richtig sommerlich, heiß wie irgendwo im Süden am Strand, wo ich immer in Urlaub fliege! Das iss richtig cool! Mein Benz hat ja zum Glück eine Klimaanlage, das ist auch cool! Iss immer schön cool, bei jeder Hitze! Verbraucht natürlich einiges an Benzin, äh, ich meine - an Geld, aber davon hab' ich ja genug! Ha ha ha! Und die ganzen armen Schweine rundherum, die es in ihrem Leben zu nichts gebracht haben und kein Geld haben, sich auch so einen Benz mit Klimaanlage zu leisten - ja, die ganzen armen Schlucker, die kriegen draußen alle Hitzeschocks und Herzinfarkt. Mein Gott, was soll's... Schade ist um sie sowieso nicht. Schau sie dir doch mal an - ihr ganzen Leben lang haben sie rumgelungert, irgendwelche Beschissenen Sklavenjobs gemacht und vor solchen Leuten wie mir den Arsch zusammen gekniffen. Wozu haben sie überhaupt gelebt, hä? Ist doch viel zu schade um das ganze Geld, was sinnlos durch ihre Hände verfloss, schade um die Wohnungen, schade einfach um den Platz, was diese Schweine verbrauchen! Weg damit! Ich sage - weg damit! Cool, baby! Scheisse ist halt, dass in den südlichen Ländern, wo es immer so heiß ist, jetzt dann noch heißer wird! Wirklich schade, muss ich jetzt mein Urlaub wo anders buchen. Aber diese ganzen armen Schlucker da unten brauchen nicht meinen, dass sie zu uns kommen können und bei uns Asyl kriegen! Nein-nein, das läuft auf keinen Fall, dafür werde ich schon sorgen! Schließlich ist ja mein Papa bei der Regierung!» Dämlicher Trottel! Nein, er ist wirklich schon verloren! Er ist wirklich nicht mehr zu retten! Er kann (er will) den nächsten Gedanken einfach nicht nachvollziehen: Nein, nicht den Gedanken, dass die armen Schlucker, wenn es sein muss, zu Fuß zu uns kommen und sich durch nichts aufhalten lassen werden. Nein, ich meine den Gedanken: durch die Klimaerwärmung schmilzt das Eis an den beiden Polen der Erde. Wissenschaftler haben ausgerechnet dass, wenn das gesamte Eis geschmolzen ist, der Meeresspiegel um 100 Meter steigen wird. Um 100 Meter! Der Olympiaturm ist ungefähr so hoch. Bei der letzten Ausgabe des Süddeutschen-Magazins präsentierten Paar holländische Architekten ein «Schwimmendes Haus», welches einen Sonderpreis bekam. Ein paar Typen aus der Jury fragten sich «warum eigentlich überhaupt? Sind wir hier jetzt am Kinderspielplatz? Oder im Affenzirkus?» Das Argument der Holländer war aber unschlagbar: «Holland wird in den nächsten 50 Jahren ein Viertel oder ein Drittel seiner Landoberfläche an das Meer verlieren». Und nicht nur Holland. Wird ganz schön eng bei uns, hier auf 600 Meter Höhe! Aber der Typ im klimatisierten Benz hat auch für denn Fall schon gedanklich vorgesorgt: «Wir werden uns Waffen aus Russland bestellen und gegen diese ganzen Eindringlinge kämpfen! Oder wir schicken gleich eine Atombombe nach Holland, dann sind sie wenigstens gleich tot und müssen nicht erst elendig ersaufen! Iss doch human von mir, oder? Ich bin doch menschlich, oder? oder? Wer war denn noch mal der Pisser, der behauptet hat, ist wäre unmenschlich? Hier iss der Beweis! Ich bin menschlich! Ha! Ha! Ha!»
Diese einige angeführten Beispiele über die Folgen seiner «Neuesten Errungenschaften der Menschlichen Zivilisation» bringen uns zu einer bitteren Erkenntnis: der Mensch hat in 100 Jahren dass geschafft, was er noch nie zuvor geschafft hatte - die Natur völlig zu vernichten. Der letzte Rest, der noch nicht vernichtet ist, wird es in den nächsten 50 oder 100 Jahren. Aber wahrscheinlich doch in 50. Wenn man sich nämlich die Evolution als eine Tangente vorstellt, die immer steiler nach oben wird. In den letzten 100 Jahren hat sich der Mensch derartig rasant entwickelt, dass wenn wir uns mit einer Zeitmaschine 50 Jahre zurück beamen würden, wir die Welt nicht wieder erkennen würden. Das wäre vor 500 Jahren noch unmöglich gewesen, ein Zeitunterschied von 50 Jahren war damals einfach nichts! Und jetzt, zu dieser ersten Hypothese, stellen wir uns eine zweite vor, die übrigens eher die Realität ist. Der Mensch hört erst dann mit etwas auf, wenn er merkt, dass sein Leben auf dem Spiel geht. Ob das mit Rauchen ist oder mit Trinken, oder mit noch irgendwas. Leider merkt der Moderne Mensch noch nicht, dass sein Leben bereits auf dem Spiel steht, und dass schon sein einiger Zeit. Und außerdem hat er ja sein kapitalistisches System, welches sich hervorragend als Ablenkung eignet. Als Ablenkung vor der bitteren Realität. Und je mehr er in den Nachrichten hört "das Ozonloch hat 50% der Erdoberfläche", desto schneller schaltet er um auf den nächsten Kanal: "Der Dollar wieder gestiegen! Cool, baby!" Er ist ganz drinnen in dem Wahn; er denkt, dass es tatsächlich möglich wäre, mit Hilfe des Dollars auch einen Weltuntergang zu überleben. Wie ist ein Mensch nur zu so einem Wahn fähig? Vielleicht schwingt da die Gedankenkonstruktion mit, etwa in der Art: "Mit Hilfe des Dollars werde ich überleben. Irgendwie. Ich lasse mir einen Spezial-Bunker bauen, mit 10 Jahren Lebensmittelration drinnen. Und damit sich die ganzen armen Schweine, die es in ihrem Leben zu nichts gebracht haben und keine Kohle haben, sich auch so einen Bunker zu bauen, meine Türen nicht mit Dynamit sprengen, lasse ich Wachen draußen aufstellen. Die Jungs sollen schließlich auch bezahlt werden! Große Welle, Du kannst kommen! Ha ha ha! Hoffentlich werden die Jungs nicht nass da draußen!" Purer Egoismus und pure Arroganz sind diesem Menschen vom System gegeben worden. «Ich! Ich! Ich! Nur ich bedeute etwas, und sonst niemand auf dieser Welt! Mir gehört die ganze Welt, ich bin die Welt und die Welt ist ich!» Wenn das so ist, dann wird Freud vermutlich das alles erklären. Das männliche Wesen läuft den ganzen Tag herum mit einem Phallus und konkurriert mit anderen männlichen Phallus-Wesen: «Ich habe einen größeren Phallus wie du! Deiner ist klein, mickrig, hässlich und unbedeutend! Ha ha ha! Du bist ein Versager, und ich bin der allmächtige Gott! Du hast kein Recht auf ein Dasein! Ich schon!» Freud hat seine ganze psychoanalytische Theorie auf dem Sexualtrieb aufgebaut. Sobald der Mensch bei der Ausübung seiner (ganz besonders kindlichen) Sexualität behindert wird, entwickeln sich neurotische Störungen, wie zum Beispiel die maßlose, alles-andere-ausschließende Egozentrik. Könnte eine gute Erklärung sein. Wenn man bedenkt, dass die Psychoanalyse auf Grund des Patriarchats entstand. Der Patriarchat war dadurch gekennzeichnet, dass die natürliche Sexualität durch gesellschaftliche Regeln unterdrückt wurde. Frauen zum Beispiel hatten in dieser männlich-dominierenden Welt überhaupt keine Rechte, schon gar nicht was die Sexualität betraf. Das ganze führte dazu, dass die Hysterie ein zunehmendes Phänomen wurde. Die Hysterie war durch eine extremes sexuelles Gehabe gekennzeichnet, durch eine Angst vor dem Festgelegt-Werden, ein ständiges Ausweichen und Entkommen, nur um nicht festgelegt zu werden, die ständig wechselnden Masken, Hass auf alles, was nach Gesetz, Tradition, Regel, Ordnung, Konvention aussah. Dies stand im krassen Gegensatz zum Patriarchat, welcher durch genaue Benimm-Konventionen, sture, stumpfsinnige gesellschaftliche Regeln und Ordnungen gekennzeichnet war. Die Hysterie war also die Antwort der Natur aus der tiefen Psyche des Menschen auf diesen stumpfsinnigen Umfug. Damals entstand übrigens auch die allgemeine Ansicht, dass der Mensch es schafft, durch Fortschritt und Technik, durch die menschlichen Regeln und Ordnungen die Natur zu beherrschen, also zu besiegen. Eifrig unterstützt von der Katholischen Kirche, die irgendwo in der Heiligen Schrift diesen Spruch aufgegabelt (bzw. ausphantasiert) hat: «Der Mensch hat vom Gott die Aufgabe bekommen, sich die Natur zum Untertanen machen». Erstaunlicherweise fällt der Patriarchat zeitlich mit dem Beginn der Industrialisierung zusammen.
Wenn Sie kleine Kinder beobachten, dann werden Sie merken, dass sie sich alles gegenseitig teilen. Ist übrigens ein natürliches Prinzip, denn der Mensch besitzt einen sogenannten "Sozialtrieb". Und was macht das System? Tauscht diesen "Sozialtrieb" gegen ein "Egotrip". So lebt der Mensch gegen seine eigene Natur und wird als Folge immer unglücklicher und depressiver und kann überhaupt nicht realisieren, warum dass so ist. Und so versucht er es mit immer mehr Geld und immer mehr Macht und immer mehr Ablenkung, immer mehr, mehr, mehr, mehr... Nur ein Beispiel, wie der Moderne Mensch gegen seine Natur lebt. Und dass betrifft, um zum Thema zurück zu kommen, auch die Natur da draußen, die uns umgibt. Da existiert ein ganz einfaches Prinzip: überleben. "Immer mehr, mehr, mehr" ist dagegen ein Prinzip des Modernen Menschen. Und er stellt sich völlig gegen das Prinzip der Natur und bringt sie aus dem Gleichgewicht. Die Natur ist nun gezwungen, das Gleichgewicht wiederherzustellen und schickt uns den Ozon, die Überschwemmung, die Orkane... Immer steiler und steiler, wie die Tangente, die ich bereits erwähnt habe.
Freud erklärt vieles. Aber eben nicht alles. Krieg zum Beispiel gab es schon lange vor dem Patriarchat. Der Mensch tötet, um zu überleben. Wissen wir. Der Mensch macht Krieg, um Territorium und damit die eigene Existenz zu sichern. Oder um den «unwissenden» Eingeborenen seine eigenen Maßstäbe aufzuzwingen, in dem Glauben, dass sie dadurch besser leben könnten. Wissen wir auch. Aber warum hat der Mensch plötzlich beschlossen, die Natur unbedingt zu bezwingen? Der Mensch soll früher mal anders gewesen sein. Er soll Achtung und Ehrfurcht vor der Natur gehabt haben. Und dann kam plötzlich die böse Katholische Kirche und der böse Patriarchat, und hat alles zunichte gemacht. Und genau das ist eben Bullshit. Denn der «Sozialismus», der lange Zeit im Osten praktiziert wurde, war nicht viel anders. So liegt die Erklärung wo anders. In der Heiligen Schrift kann man eine entsprechende Analogie finden: der Mensch konnte nicht widerstehen und kostete von dem süßen Apfel. Dafür wurde er aus dem Garten Eden verbannt und irrt hilflos umher. Er will wieder zurück in den Garten Eden. Doch einen Weg zurück gibt es leider nicht, denn der Weg aus dem Garten Eden ist eine Einbahnstraße. So gibt es zwei Möglichkeiten: a) er versucht in heiligen Demut sein Leben so zu leben, dass man Seines Erbarmen hat und ihn vielleicht doch noch Einlas gewährt in den Garten Eden, oder b) er macht aus der Not eine Tugend und sagt sich: was, du willst mich nicht reinlassen?! Na warte! - und versucht, den Garten Enden zu erobern und zu bezwingen. Der Mensch wurde aus dem Garten Eden ausgestoßen, als er zum ersten Mal einen Stock in die Hand nahm. Damit passierte etwas evolutionstechnisch-einmaliges: noch nie hat ein Wesen auf der Erde ein Stück der Natur benutzt, um damit etwas systematisches, intelligentes zu verrichten. Das Werkzeug eben. Der Begriff «Mutter Natur» existiert übrigens nicht umsonst, denn wir assoziieren den Begriff «Natur» mit Dingen, die wir von unserer Lieben Mutter kennen. In der russischen Sprache ist es übrigens genau so. Tiefenpsychologisch gesehen wäre der Garten Eden das warme, heimische Schoß der Lieben Mutter, die einem beschützt und umsorgt. Der Mensch hat sich aus dem warmen Nest selber ausgestoßen, in dem er so sorglos hätte weiter leben können. Dieses Nest nennt sich «die Natur». Er wurde (oder hat sich selber, das ist eben die Frage!) aus der Natur ausgestoßen, weil er sich mit der Stock-Aktion unnatürlich verhielt. Er verlor jeglichen Bezug zur Natur, sprich: zu seinen eigenen Wurzeln. Entwurzelt irrt er umher, völlig hilflos der Finsternis ausgesetzt. Nach einer Weile gelingt es ihm, sich in dieser Finsternis einigermaßen zurecht zu finden. Doch leider verlor der entwurzelte Mensch auch seinen natürlichen Lebenssinn: Überleben. Nun sucht er verzweifelt nach einem Sinn des Lebens und findet ihn einfach nicht. Und er bildet sich plötzlich ein, er sei der «Gott», versucht mit seinem relativ kleinen Gehirn Dinge auszudenken, welche die Natur erklären könnten. Er raubt die Natur aus und rächt sich damit an der Lieben «Mutter» dafür, dass sie ihn ausgestoßen hat. In Wirklichkeit hat sich der Mensch wahrscheinlich selber ausgestoßen. Nur da ist ja schon wieder dieser Apfel... Warum ist er nur da? Wie ein Fehler im System, auf das der Mensch, so wie er ist, sich wie ein Geier stürzt. Und warum ist er denn so? Das ist schon mehr wie ein Zufall. Zwei Dinge, so scheinheilig zufällig, die aber perfekt zusammen passen - nein, das geht einfach nicht. Das konnte einfach nur vorbestimmt sein. Aber von wem? Vom Gott? Jung's analytische Psychologie und die Wissenschaft der Parapsychologie könnten uns eine Erklärung für manche Ereignisse, die in diversen Heiligen Schriften geschrieben stehen. Gerade diese Visionen und Träume, die soviel Symbolik enthalten und in allen möglichen alten Schriften vorkommen, wären das beste Anwendungsbeispiel für Jung'sche Wissenschaft. Interessant ist die Tatsache, dass die Symbole in den Heiligen Schriften sehr viel Gemeinsames haben. Das betrifft auch die Symbolik der alten Kulturen. Die Sphinx zum Beispiel war bei den Ägyptern ein gutes, heiliges Wesen. In der griechischen Kultur taucht die Sphinx plötzlich wieder auf, nur diesmal als ein destruktives, böses Ungeheuer. Jung entdeckte das kollektive Unbewusste, welches als ein riesiges Pool für abgespeicherte Programme (Reflexe), Erfahrungen (Intuitionen) und Symbole (Archetypen) fundiert, die bei allen Menschen nahezu identisch sind. Zum Beispiel der angeborene Reflex auszuweichen, wenn ein Gegenstand auf einen zukommt. Oder der Archetyp der Bösen Hexe, die ab und zu in den Träumen von vielen Menschen auftaucht und die böse, destruktive Mutter symbolisiert. Dies ist auch eine Erklärung für manche «Wunder» in den gängigen alten Schriften, wie zum Beispiel ein Mann, der plötzlich eine Sprache völlig perfekt sprechen konnte, die er noch nie gelernt hat. Manch andere Wunder lassen sich mit der Parapsychologie erklären, wie zum Beispiel die ganzen historischen Orakel, die alles richtig voraussagen konnten. Damals waren sie übrigens staatlich anerkannte Institutionen, die von Staatsmännern vor schwierigen Entscheidungen aufgesucht und konsultiert wurden. Die Weissager bei diesen Orakeln - so vermutet man - fielen in eine Art Trance, wie dies zum Beispiel von der Pythia, der Weissagerin von Delphi, berichtet wird, die bei ihren Orakelsprüchen über einer Felsspalte saß, betäubende Dampfe einatmete und Lorbeerblätter kaute. Da gibt es eine interessante Geschichte zur Zeit der Perserkriege. Der Krösus prüfte die Zuverlässigkeit aller griechischen Orakel, bevor er eine Frage an sie stellte. Er schickte Abordnungen zu ihnen mit dem Auftrag, an einem bestimmten Tag zu fragen, was er, Krösus, in einem bestimmten Augenblick tue. Dazu dachte er sich eine sehr ungewöhnliche Tätigkeit aus: Er schnitt ein Lamm und eine Schildkröte in Stücke und kochte sie in einem bronzenen Kessel. Von allen Antworten, die er erhielt, entsprach die des Delphinischen Orakels am besten der Wirklichkeit: «Ich kann die Masse der Sandkörner zählen und den Ozean ausmessen. Ich habe Ohren für das Schweigende, und ich höre die Stimme eines törichten Mannes. An meine Sinne dringt der Geruch einer Schildkröte, die über dem Feuer zusammen mit dem Fleisch eines Lammes in einem Kessel kocht. Von Bronze ist der Kessel unten und von Bronze der Deckel drauf.» Die Wissenschaft der Parapsychologie erzählt uns heute von einer Energie, bei der die Wirkung, entsprechend dem Quadrat der Entfernung, nicht abnimmt. So war's nämlich bisher bei der Physik. Diese neue Energie ist wohl der Informationsträger für derartige Übermittlungen. Die Übermittlung beruht nicht nach den Gesetzen der Fortpflanzung der Energie, sondern nach den Gesetzen der Weitergabe von Informationen in kybernetischen Systemen. Der russische Philosoph E. T. Faddjew hat in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam gemacht, dass wir neben dem üblichen Schema der Weitergabe von Einflüssen, an das wir im täglichen Leben gewohnt sind (Außenwelt - der Körper mit seinen Sinnesorganen - Gehirn) ganz offensichtlich noch ein anderes, einfacheres Schema der Beeinflussung zu beachten haben, das Schema: Außenwelt - Gehirn.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: wie ist eine Wahrsagung überhaupt möglich? Wie kann ein Mensch mit seinem Geist das Zeit- Raumkontinuum überwinden und sich ein Paar Informationen aus der Zukunft besorgen, die noch gar nicht stattgefunden hat?
In der modernen theoretischen Physik hat die spezielle Relativitätstheorie bereits die Notwendigkeit einer gewissen Lockerung des ursprünglich starren Newton'schen Zeitbegriffes erwiesen. Die moderne Physik schleißt die Möglichkeit nicht vollkommen aus, dass die Wirkung vor ihrer Ursache eintreten kann, d. h. dass die Folge zeitlich ihrer Ursache vorangeht. So gestatten zum Beispiel verschiedene Entdeckungen in der Atomphysik eine Interpretation, die dahin geht, dass die Wirkung (die Spaltung des Atoms) vor ihrer Ursache (dem Auftreten eines Mesons) eintritt. In ähnlicher Weise sucht R. P. Feynman Positronen als Partikeln zu verstehen, die sich in einer dem Zeitfluss entgegengesetzten Richtung bewegen, also in Richtung auf die Vergangenheit. So läge die Tatsache nahe anzunehmen, dass es auch so eine Art Informationsträger mit dem Zeitfluss entgegengesetzten Richtung gibt.
Das bringt und zu der entscheidenden Frage: ist zu Zukunft wirklich bereits geschrieben? Ist der Weg wirklich schon vorbestimmt? Das bedeutet, wir leben in einem Multidimensionalem Feld, welches die Raum- und die Zeitachse beinhaltet. Und wir sind völlig blind, laufen stur immer in die selbe Richtung und können die Augen nicht öffnen, können uns nicht umsehen und die Richtung umkehren. Und hier, an dieser Stelle mache ich dem Menschen zum Gott. Das kommt ganz unweigerlich, ich kann gar nicht ausweichen. Denn wenn der Mensch die Augen öffnen würde, dann könnte er sich von seinem eingezwicktes Dasein auf dieser Erde abheben und in eine andere Richtung losgleiten. In einen anderen Raum. In eine andere Zeit. Manche Menschen haben es anscheinend schon geschafft, man nennt sie «der Liebe Gott», «Jesus Christus», «Heilige Mutter Maria», um bei der christlichen Religion zu bleiben. Irgendwann ist in diesen Menschen etwas ausgebrochen, etwa der Archetyp eines «Wunderheiler», als Reaktion darauf waren sie fähig, ihren Sinn für außersinnliche Informationen und Energien zu entwickeln. Dazu lehrt uns das Christentum: «Der Gott steckt in uns allen, so wie wir alle im Gott enthalten sind». Das bedeutet für mich, dass jeder Mensch demnach die Fähigkeit besäße, «Wunder» zu vollbringen und «Gott» zu werden. Wir müssen nur die entsprechenden Archetypen aufwecken. Und genau das passiert übrigens bei diversen Seancen der Okkulte, wo man den Archetyp des Teufels beschwört. Plötzlich passieren während so einer Seance die unheimlichsten und die bösesten Sachen.
Ok, für alle unheimlichsten Phänomene gibt es eine Erklärung. Wissen wir. Die Zeit kann sogar rückwärts laufen. Wissen wir auch. In jedem Menschen ist ein Stück vom anderen enthalten. Wissen wir sogar jetzt auch noch. Wir alle können heilige, Götter, Wunderheiler sein. Wissen wir, wissen wir! Nur eines wissen wir nicht. Die letzte und die entscheidende Frage: wenn die Zukunft also bereits vorgeschrieben ist und wir alle nur brav da sitzen und abwarten, bis uns das Schicksaal trifft - wer hat dann die Zukunft geschrieben? Wer hat das alles erschaffen? Welchen Personen gehört ursprünglich die Archetypen des «Teufels» und des «Gottes»?
Wegen solchen und anderen Gedanken mache ich mir gerade Kopfzerbrechen. Doch viel weiter bin ich noch nicht gekommen. Viel weiter wird es mich auch nicht bringen, denn ausschließlich in der Vergangenheit rumzustochern bringt wenig. Die Frage, die als Ausgangsmaterial für dieses Schriftstück diente, war die: Wie geht's weiter? Was tun?
So sieht's aus. Also - was tun? Dies schrieb ein gewisser Herr Mayer übrigens auch, damals, in seiner Münchner Wohnung in der Kaiserstraße. Mit dem Buch bewaffnet, machte er sich auf nach St.Petersburg und ging als "Lenin" in die Geschichte ein. Warum erwähne ich das jetzt? Weil es das Ende ist. Das Ende der Geschichte. Was tun? Einen ökonomischen Kapitalismus kann es nicht geben. Weil der Kapitalismus auf dem Prinzip der Gewinnmaximierung beruht, genau dieses Prinzip «immer mehr, mehr, mehr» macht die Natur kaputt. Wer keine Lust hat, sich selber ins eigene Nest zu scheißen, wie es der Rest der Menschheit tut, sollte schleunigst umdenken. Aber - was tun? Und eigentlich ist es ja sowieso wurscht. Sterben müssen wir sowieso. Oder? Und überhaupt - warum nervst Du mich die ganze Zeit mit diesem ganzen scheiss-Öko-Gelabere, hä? Sag mir lieber, wie der Dollar steht.* Dämlicher Trottel!
* Genau aus dem Grund ist es auch das Ende. Das Ende der Geschichte.
-
Erst wenn der letzte Baum gefällt ist,
- der letzte Fisch gefangen ist,
- der letzte Fluss vergiftet ist,
werden
wir merken, dass man Geld nicht essen kann.
(Diesen
Satz sagte der Häuptling des Indianer-Stammes, welches als letztes
in ein Reservat abgeschoben wurde. Ungeheuer viel Weisheit und Weitblick für
jemanden, der als "die primitivere Rasse" gilt.)