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Moskau, Bezirk « », 1980. Winter, Temperatur um die 25 Grad Minus. Hier wurde ich geboren, hier bin ich groß geworden. Low-Budget-Plattenbauten, schnellstmögliche Fertigungszeit, dienten dem einzigen Zweck: möglichst vielen Leuten in möglichst kurzen Zeit ein Dach über dem Kopf zu geben. Solche Politik würde z.B. München ganz gut tun, denk ich mal... |
| Jedem Menschen seine Heimat. Der eine liebt sein Dresden. Der andere sein Lübeck. Der dritte sein Berlin. Ich liebe eben mein Moskau... |
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...Auch wenn ich mittlerweile a Münchner geworden bin, auch wenn ich München in mein Herz geschlossen habe, werd ich niemals aufhören, Moskau zu lieben. Alleine schon wegen dem blauen Himmel, den man in München leider leider nicht so oft zu sehen bekommt. |
| Der Verkehr. 3 Spuren auf jeder Seite ist bei wichtigen Verkehrsadern der Mindest-Standard, 5 Spuren die Regel. Viele Strassen dürfen mit 80 befahren werden. Ob all das ausrecht bei der jährlich steigenden Anzahl an Autos, ist fraglich. Ach ja - es ist immer noch blauer Himmel... ok, fast. |
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Die weltberühmte Moskauer U-Bahn. Man bräuchte schon Paar Tage Daueraufenthalt unter der Erde (11 Linien), um all die Sehenswürdigkeiten mitzukriegen, die es da unten gibt. |
| Die Vorliebe der Russen für die Denkmäler lässt sich in der ganzen Stadt finden, auch in vielen U-Bahnstationen. Die meisten der alten, prachtvollen Stationen ließ Genosse Stalin von seinen Gulag-Sklaven bauen. Ob hier oder dort - überall die gleiche Scheiße... |
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Eine Welt-Metropole. 13 Millionen Einwohner (die 2-4 Millionen Illegale nicht mitgezählt). 3 Millionen Gäste aus allen möglichern Ländern. Eine Weltstadt, Kunst- und Literaturstadt. Hat ne relativ kurze, aber turbulente und auch leidvolle Geschichte hinter sich. |
| Die gleiche Szene, etwa 12 Stunden später. Moskau schläft nie. Für einen Alt-Bayer wahrscheinlich die Hölle: «Des g'hört sich doch so, dass ab 10 Uhr abends a Rua is!» Aber für einen jungen Menschen genau das richtige. Man kann sich einen Film im Kino um 1 Uhr ansehen. Oder um 3 Uhr. Und dann ab in die Disco. Anschließend in ein Café zum Frühstücken. |
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Der Moskauer Fernsehturm. Auch eine Berühmtheit. Erbaut irgendwann in den 60ern. War für viele Jahre der höchste Fernsehturm der Welt (mittlerweile haben die Asiaten das Zepter in der Hand). Und in den 90ern hat's da mal gebrannt. Oder wurde er nicht sogar beschossen? Hab's vergessen. |
| Und so sieht das ganze von oben aus. |
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Thalham, Landkreis Freising, 40 Kilometer nordöstlich von München. Thalham ist ein elendes Dorf. Gleichaltrige Kinder gab's da praktisch keine. Wer zu Hause kein Nintendo stehen hatte, war verloren. |
| Aber ich muss echt sagen, dass man nach Paar Jahren das Landleben echt zu schätzen weiß. Zugegeben, ich war auch nie anwesend, immer nur in München... |
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Einige Holzhäuschen fungierten als Asylantenheime. Ich und mein Vater waren in so einem Häuschen untergebracht. Das Zimmer (Foto) war 3x2 Meter groß und eigentlich von der Ausländerbehörde für 3 Personen vorgesehen. Die Ausländerbehörde zahlte 600 DM pro Nase an den Vermieter, obwohl man für 900 DM ein ganzes Haus (3 Zimmer) mieten konnte. |
| Kurz nach dem Beginn des Bürgenkriegs in Jugoslavien sind einige Kriegsflüchtlinge bei uns im Dorf gelandet. Zusammen haben wir einige Scheiße abgezogen... |
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Hauptschule Zolling. Hier ist alles so, wie es sich im Königreich Baiern gehört. Ein streng-konservativer Direktor, der gegen die Prügelstrafe im Prinzip nichts hätte. Eine Sekretärin im Trachtenanzug. Kruzifixe an den Wänden, morgendliche Gebete inklusive. Und «Pädagogen», die des öfteren «Pädagogik» mit «Selektion» verwechseln. Ich habe gehört, der Direktor dieser Drecksschule, der Herr Brunner, ist immer noch am Werke. Du Hurensohn, ich verspreche dir, wenn ich dich erwische, dann schlitze ich dir die Reifen auf! |
| An sich ist Zolling (Landkreis Freising) ein nettes örtchen. Wichtigster Sammelpunkt der Umgebung. Hier gibt's ein Gemeindezentrum, Schulen, Geschäfte. Ne Busverbindung gibt's da auch. Richtig berühmt ist Zolling jedoch erst vor einiger Zeit geworden, mit Bayern's ersten BSE-Fall. |
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Christophorus Schulverein München-Riem, Schule für verhaltensauffällige Kiddys. Diese Schule war nun wirklich anders geartet als Zolling. Da hängen keine Kruzifixe an den Wänden (sie wären augenblicklich zerstört oder angezündet worden). Von morgendlichen Gebeten kann schon gar nicht die Rede sein. Man ist froh, wenn ein Schultag ohne gebrochene Nasen, gebrochene Rippen, blaue Augenringe und Bleistifte im Halse vorbei geht. Die Zweitklässler rennen am Pausenhof hinter den Erstklässlern und bewerfen sie mit Pflastersteinen. Die Sechsklässler verticken Dope in der Holzbaracke, und die Fünfklässler onanieren während des Unterrichtes und versuchen dabei die Lehrerin zu treffen. Der Plätze sind immer ausgebucht - soviele kaputte Familien gibt es, die wiederrum ihre Kinder kaputt machen. Und zwar aus allen Schichten. |
| Unser Klassenleiter. Der Mann hat einen der härtesten Job's der Welt. Er ist Pädagoge. Und zwar der beste, den ich jemals kennen gelernt habe. Den runden Tisch hat übrigens er gebastelt. Dieser Tisch existierte 2 Jahre und wurde von der nachfolgenden Klasse kaputt geschlagen. |
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Ein Panoramablick über die Stadt München. Der Himmel ist übrigens strahlend Blau, richtig abwechslungsreich! |
| Typisch München: diese G'mütlichkeit findet man in keiner anderen Stadt in Deutschland. Friedlich Kaffee schlürfen, direkt neben einer Hauptverkehrsstrasse. Oder Bier saufen, unter den Bäumen. Und nur 100 Meter von Zuhause weg. Klar gibt's das in anderen Städten auch. Aber eben nicht so, wie in München. Wenn nur die Leute hier nicht so verzogen, elität, arrogant, eingebildet, spießig, verschlossen und verklemmt wären - dann wäre es wirklich die beste Stadt Deutschlands... |
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Kolpinghaus in der Entenbachstrasse, ein alt-katholisches Jugendheim. Hier verbrachte ich meine Jugendjahre. Hier lernte ich das Saufen, das Rauchen, und noch einige Sachen. Einprägsam war diese Zeit auf jeden Fall. |
| Asylantenheim Hallbergmoos, etwa 500 Meter von der südlichen Start- und Landebahn des Münchner Flughafen's entfernt. Hier verbrachte ich ein halbes Jahr. Im Vordergrund ist «Kombotscha», mein Nachbar. |
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Ich möchte gerne, dass dieses Foto alle Rekorde bricht. Nee, das war mein Zimmer. Nee, das war das Asylantenheim. Wer so lebt, ist gegen alles abgehärtet, oder besser gesagt: dem geht alles vollkommen am Arsch vorbei, weil er nichts mehr zu verlieren hat (kurz vor der Abschiebung). Ein paar Trottel, die sich wichtig machen und ihr Selbstwertgefühl auf Kosten der anderen erhöhen wollten, haben sich auf das Foto im Gästebuch bereits gemeldet. |
| Aufstehen, 20-30 Minuten warten, rasieren, Zähne putzen, und dann... |
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..ab in die Arbeit: Flughafen München, ein Top-5-Sterne-Hotel. Ja ja, das waren noch Zeiten... |
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So schaut eine so genannte «Ausreiseaufforderung» aus. Ich bekam derartige Schreiben im Schnitt alle 2-3 Monate. Man beachte das «Sehr geehrter Herr» und «Hochachtungsvoll». Ordnung und Konventionen müssen eben sein. Solche Schreiben bekommen Kanacken, die in Deutschland nicht erwünscht sind. Ich war einer von denen. 10 Jahre lebte ich bis dato in Deutschland, hatte die deutsche Schule komplett besucht, die deutsche Sprache erlernt, russisch fast vergessen... Ich hatte hier meine Freunde, meine Wurzeln, eine neue Heimat. Den eiskalten technokratischen Bürokraten vom Ausländeramt scherte das einen Scheissdreck. «Du - scheiss Russe, geh dahin wo du hergekommen bist.» (O-Ton in einer bairischen Exekutive.) 1996 haben sie meinen Vater abgeschoben, und mich wollten sie auch abschieben - bis zuletzt. Ich wünsche dem Herrn Innenminister viel Erfolg auf seinem steinigen Weg zu einem kanacken-freien bairischen Königreich. Und heute? Heute bin ich immer noch ein Kanacke, doch mit einem kleinen-aber-feinen Unterschied: Unbefristeter Aufenthalt. Gottes Hand hat mein Schicksaal so geführt, dass ich soweit gekommen bin. Viel Kohle für den Anwalt und verdammt viel Nerven waren erforderlich. Diese ganze Scheisse hat meiner Psyche nachträglich (noch zusätzlich) einen Knacks verpasst, soviel ist klar. (Ich lebe auch heute noch, als wäre ich auf der Flucht.) Aber nicht die Kohle und nicht der beste Anwalt Münchens wars's - es waren vor allem die vielen lieben, herzlichen, hilfsbereiten, aufopfernden Menschen, ohne die ich schon längst wieder in Moskau auf der Strasse gelandet wäre. All diesen Menschen verdanke ich mein Leben. |
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Meine allererste eigene Wohnung in der Freisinger Lampertstrasse. Sie befand sich... |
| ...genau hier. Ein perfekter Platz, um Sound aufzudrehen - absolut schalldichter Raum. |
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Rechts ist die Tür zu meinem «Appartement». Hinter der braunen Türe geradeaus wohnte mein Nachbar, der «Bosna». Die Decke ist 1,80 Meter hoch, ich selber bin 1,84 Meter groß. Die Miete kostete 300 DM im Monat (warm) und wurde bar auf die Hand bezahlt, ohne Quittung selbstverständlich. Der Vermieter war a echta zünftiga boarischa Schweralkoholiker. |
| Die «Küche» war gleichzeitig auch der Waschraum für alle Hausbewohner. |
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Scheissen wie ein König auf seinem Thron - so was gibt's nur in der Lampertstrasse in Freising. Wer von Euch könnte es sich vorstellen in der Badewanne zu baden und dann barfuss ins Zimmer zu latschen? In der Badewanne gebadet habe ich schon, aber barfuss - ne ne. Hin und wieder konnte man in der Badewanne Kellerspinnen vorfinden die so groß waren, dass sie kaum durch das Abflussrohr durchgepasst haben. |
| Wer sich mehr für die königliche Toilette interessiert - bitte sehr. |
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Die folgende Fotoserie besteht aus 9 Bildern. Sie illustriert die Freisinger Sonnenstraße (hier im Bild). Ich möchte diese Serie zeigen, weil die eitlen und stolzen (worauf nur?) Freisinger Bürger es nicht sehen und nicht wahrhaben möchten, unter welchen Verhältnissen viele Menschen in ihrer heißgeliebten «Stadt» leben müssen |
| Es existiert in der Sonnenstraße nahezu kein einziges Gebäude, das nicht stark sanierungsbedürftig oder gar einsturzgefährdet ist. So wie dieses Gebäude hier. Im Gegensatz zu den Hausbesetzer-Szenen in Berlin und auch früher in München, bezahlen die Bewohner dieser Bruchbuden Miete, und das gar nicht mal wenig. Es geht hier nicht um Spaß, Rebellion oder alternatives Hippie-Dasein. Es geht hier um das nackte überleben. In diesen Häusern wohnen keine freakigen Jugendlichen und Rebellen, es wohnen hier Familien mit Kindern. |
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Die Namensschilder an den «Briefkästen» zeugen davon, dass hier tatsächlich Menschen wohnen. |
| Die Decke hier ist etwa 1,80 Meter hoch. |
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Dieses Außenklo ist für die ganze Etage. Leider ist es für eine Fotokamera nicht möglich, den Gestank aufzuzeichnen. Aber vielleicht ist es auch besser so. |
| Von wann stammen diese Installationen? Nach dem 2. Weltkrieg? Vor dem 2. Weltkrieg? Vor dem 1. Weltkrieg? |
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Man betrachte das Schild «Licht ausschalten», welches mit einer ordentlichen Laserdrucker-Schrift geschrieben wurde und links neben dem schwarzen Lichtschalter angebracht ist. |
| Der Mief, der Dreck und der Gestank sind nicht in Worte zu fassen. |
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Selbstverständlich wird auch der Dachboden vermietet. |
| Freising. Was auch immer ich jetzt über diese «Stadt» sagen würde - den fanatisch-stolzen Einwohnern würde es sicherlich nicht gefallen. Darum lass ich mein Kommentar sein und sage lediglich, dass ich hier 2 Jahre gelebt habe. Und dann - wieder München. Wie sollte es auch anders sein? |
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Kolpinghaus an der Landshuter Allee in München. Zwei mal bin ich also im Kolping gelandet. Wie eine Sekte... Neben der Tür sitzt übrigens der Jörg (der «Victory» macht). Neben der berüchtigten Boom-Box sitzt meine Wenigkeit, und das in der Mitte, das ist... ähm... Herr Ziegler. |
| Auch wenn München die Hauptstadt Bayerns ist - München ist nicht Bayern. Es ist eine halbwegs schrille, halbwegs bunte, grüne Millionenstadt (drittgrößte Deutschlands), wo mindestens so langanhaltend und konsequent die SPD gewählt wird, wie die Schwarze Macht im Restlichen Bayern. Darum soll München ein eigenes Bundesland werden - dann haben wir Bayern endlich mal los und können unsere eigenen Gesetze machen, die einer Großstadt angemessen sind. Wären die Leute nur nicht so scheisse drauf, hätt ich auch gar kein Bock von hier abzuhauen. So führe ich seit Jahren einen erbitterten Kampf mit München, der eigentlich ein Kampf mit mir selbst ist. Die folgenden Songs zeugen davon: In München, Der Volksfeind, und Hassliebe München. |
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Das Jahr 2000. Wir sind die sogenannte Fun-Genaration oder Party-Generation. Und darum feiern wir auch so gerne Partys. Immer und immer und immer wieder. Das auf dem Foto war Ernstl's Geburtstagsparty. 95% Ossis. 2 Wessis. 2 Kanacken - ich, und der andere Pyccak. Ernstl selber ist nicht druff - zu besoffen. |
| Etwa 1 Jahr verbrachte ich im Kolping. Dann war Schluss. Hier sieht Ihr mich bei meinem Auszug. Ich wurde wenige Tage vor Weihnachten aus dem alt-katholischen Jugendheim rausgeworfen, weil «das Zimmer anderweitig verbucht wurde». Ein Toast auf den Boss dieser verschimmelten, stinkenden, brüchigen Abzocker-Einrichtung: den Herrn Engi und seine kaputte Crew. Der Satan soll euch holen. |
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«Ich wohn im Münchener Osten, in der Nähe von Kreillerstraße...» (Igor K, «In München», 2003) - aber zum Glück nur 1 Jahr. Giesing ist mir lieber. |
| München bei Nacht, fotografiert vom Schornstein an der Donnersbergerbrücke. Der uralte Wärmekraftwerk, zu dem dieser Schornstein dazugehört, wurde bereits abgerissen. Nur der Schornstein selber ist noch übrig geblieben und steht einsam in der Gegend herum. Auf der Fläche dieses ehemaligen Wärmekraftwerkes entstehen gerade hässliche, vierstöckige Eigentums-Hausreihen. Wirklich, wie kann man so was nur hinbauen mitten im Zentrum, direkt neben dem überbreiten Gleisbett der Bahn, wo normalerweise 20-Stöckige Bürogebäude hingehören? So erkennen alle Leute, die mit der Bahn in den Hauptbahnhof reinfahren ganz genau: München ist ein Dorf. Ist es das, was Ihr wollt? Wer seid IHR? Warum spricht und entscheidet Ihr für alle Münchener, also auch für Leute wie mich?! |
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Eines der schönsten Bauwerke der Stadt. |
| Das soll hier jetzt keine Werbung für Augustiner sein. Die machen ja auch selber gar keine Werbung. Es ist einfach das beste Bier in München, jeder weiß es und jeder kauft des. Und nur des. (Scheiße, ich klinge ja fast so wie ein typisches verzogenes Münchner Wohlstands-Kind, der so cool ist dass er fast einfriert.) |
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Zu schade, dass man solche Plätze im Kommerzpark Ost aäh... ich meine Kunstpark Ost (oder «Kultfabik» oder wie sie sich auch sonst nennen) findet. Wirklich schade. «Kultfabrik»... Alleine schon dieser Name spricht von großkotziger Selbstprofilierung, viel goldene Verpackung, die um Scheisse herumgewickelt ist. Und außerdem zeugt der Name von der Einfallslosigkeit der Namensgeber. Wirklich, dieser scheiss Kunstpark ist die Pest. Ein Magnet für die Bauernburschis aus den ländlichen Regionen, die außer Hit-Only-Music nichts anderes hören und auch nicht hören wollen. Die alles andere krank finden. Die dazugehören wollen und Angst haben, mit einem eigenen Musikgeschmack aus der Reihe zu fallen und ausgestoßen zu werden... |
| Es gibt bei uns natürlich auch so manch abgefahrene Plätzchen... |
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Seinen revolutionären Charakter hat München (noch) nicht ganz verloren. Schade, nicht wahr? Aber Ihr werdet auch den letzten Rest ausmerzen, austreiben, bekehren, und zur Not ver---en. |
| Wie gesagt... |
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Meine Nachbarschaft, Teil 1. München-Giesing |
| Meine Nachbarschaft, Teil 2. |
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...am Hauptbahnhof. In Erinnerung an Zwergarl (der mit dem gelben Pulli). R.I.P. |
| Mit Haki alias RoRschach (ADB, ToyOida, 1120 Wien-Meidling) und seinen Leuten auf irgend einer Party im tiefsten österreichischen Bauernland, südlich von Wien. |
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Auf solchen konventionellen Partys fange ich an mich ganz schnell zu langweilen, ganz besonders auf Bauernpartys. Die Musik war ganz akzeptabel, doch die Bauern wollten lieber Ö3-Hits hören, sie wollten keinen Drum'n'Bass haben, den man ja normalerweise strikt in Großstädten wie Wien spielt. Und wenn den Leuten die Mucke nicht taugt, dann ist die Stimmung für'n Arsch, und das zieht einem natürlich mit runter. Man will dann an der Stelle lieber selber Ö3-Hits hören, damit die Bauern zufrieden sind, damit die Stimmung steigt... |
| Der Haki war aber auch nicht so sonderlich begeistert von dieser «Party», und so sprangen wir dann bald alle ins Auto, fuhren auf irgend einen Hügel hoch und machten kurzerhand unsere eigene Location auf. Und das war genau das, was mir den Abend + die Nacht versüßt hat. Das ist es, worauf es ankommt! |
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Und ich muß dem Haki Recht geben: all die Leute, die 20 Euro Eintritt für irgendwelche Clubs/Locations/Bauerndiscos zahlen, würden ohne Weiteres zu uns auf den Hügel hochfahren und die 20 Euros bei hinblättern. Worum geht es denn, was wollen die Leute für ihre 20 Euros? Eine Marmor-Tanzfläche mit durchgestylter Bar, Lasershow und Wolkenmaschine? Nein, das ist alles nur ne Verpackung drumherum. Um die geht es nicht. Es geht um den Inhalt. Und den Inhalt kannst du auch auf der Straße mit nem Billig-Cassettenrecorder und zwei Bananenkisten haben. |
| Der Morgen danach: nur Fertige, und das Auto wollte nicht anspringen weil die Batterie über Nacht leer geworden ist. Ohne Nicki's Tipp mit dem Rückwärts-Anschieben wären wir wohl auf dem Hügel hängen bleiben. |
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«Wo die Freaks so breit sind und den deepen Scheiss bringen - Zeleborgasse - Wien St. Meidling». Text by RoRschach (ADB, Wien 1120) & Baser (FlowBudget, Ebersberg bei München) |
| Zu Besuch beim Haki in seiner Bude (Zeleborgasse, Wien St. Meidling). Wenn ich etwas Geld für die schiess teure Bahn-Fahrkarte übrig habe (was leider sehr selten vorkommt), dann bringe ich immer paar Flaschen echten russischen Wodka mit, den ich bei uns in München im Russenladen an der U-Bahnstation «Rotkreuzplatz» besorge. Eine solche Flasche halte ich gerade in der Hand. |
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Haki+Russ+Katze. Grüsse an Haki alias RoRschach, CatSe, Katze, Nicki, ADB, Wiener Strudel, ToyOida, und den Rest. Sorry Oidas, eine Fahrt nach Wien kann ich mir im Moment echt nicht leisten. Vielleicht komme ich mit dem Fahrrad, weißt scho! Schön die Donau stromabwärts, etwa 500 Kilometer, in 5 Tagen wäre ich da. Kein Witz jetzt. |
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WIEN, OIDA! Grüße gehen hiermit auch an ganz Wien. Es hat die Schönheit von München, und doch ist es ne richtige Großstadt. Hauptstadt eben. |
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...und so arbeite ich halt fleißig weiter... Mal mehr, mal weniger... |
| Eine kleine Fotoserie, bestehend aus drei Bildern. Aus irgend einem Grund ist da Einer (oder Eine) mit seinen/ihren schwarzen Kleinwagen die Treppen in Richtung Eingang zur Kirche hochgefahren. Vielleicht um den Segen abzuholen... Ein Krankenwagen ist bereits eingetroffen. |
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In München bedarf freilich ein solches Ereignis schon mindestens zwei Krankenwagen. |
| ...und schließlich ein Abschleppwagen. Die Show ist vorbei. |
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Das waren noch die schönen, schönen Zeiten... Vor dem verfickten Jahr 2005, wo es anfing alles verdammt hardcore zu werden... |
| Alex P. (Zwergarl), paar Monate nach dem ich ihn kennen gelernt habe. Er war der beste Freund, den ich in meinem Leben hatte. |
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Die Künstlerszene an der Leopoldstraße, als es noch sowas überhaupt auf der Leopoldstraß gab (mittlerweile ist es dort selbst für Möchtegern-SchickiMickis uninteressant). Die Frau im Vordergrund kenne ich seit 19 Jahren. Sie war eine bessere Mutter für mich als meine leibeigene. |
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«Neuperlach, Notquartier - Karl-Marx-Ring 104» Text by Igor K, München-Giesing, 2006 (Hörprobe) Zwei mal bin ich hier gelandet, und das innerhalb eines Jahres, des verschissenen Jahres 2005. «Das Blaue Haus», wie es im Fachjargon heißt, ist eines der saubersten Container von ganz München. Die Bewohner teilen sich auf in 50% Alkis, 25% Drogenleichen und 25% Ex-Knackis. Früher wohnten im 1. Stock Familien mit Kindern. Nein, nicht «Oh mein Gott, wie schrecklich!» Die Kinder spielten zusammen, sie tobten durch das ganze Haus, sie lachten viel und machten viel Blödsinn, und sie waren so viel glücklicher als so manch ein verzogenes Wohlstands-Kind im Goldenen Käfig, das vor Langeweile, Leistungsdruck und Liebesentzug längst zerbrochen ist und seine erbärmliche Situation mit Arroganz zu überspielen pflegt. Es war immer verdammt lustig da oben. Die «Küchenpartys» gehören zu den besten Partys, die ich in meinem Leben gefeiert habe. Erst wenn die Menschen alles verloren haben und am Ende sind, können sie plötzlich völlig frei sein und ungezwungen feiern. So manch einer, der jahrelang einsam in seiner Wohnung vor sich hin vegitierte, genoss die Gesellschaft, diesen plötzlichen regen Kontakt unter den Mitbewohnern im Blauen Haus mit ungeahnter Wonne und dachte wehmütig an die «guten alten Container-Zeiten» zurück, wenn er wieder eine Wohnung besaß, in der er wieder einsam vor sich hin «lebte»... |
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Der Absiff-Abassel-Sommer 2005... Wer mehr über dieses scheiss Jahr wissen will, der kann sich die mehrfach ausgezeichnete und vielfach gepriesene «Chronik 2005» zur Gemüte führen. (Ich bin ja ein Hobby-Schreiberling, wa!..) Aber Vorsicht: Schonungslose Analysen, Stechende Texte und eine dreckige Gossen-Sprache. |
| Schon mal die Nacht oben am alten Peter verbracht? Ist echt cool, kann ich nur empfehlen. Müsst halt warten, bis da wieder ein Gerüst installiert ist. |
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Der erste von uns, der voll drauf gekommen ist, war der Zwergarl, der beste Freund den ich jemals hatte (wie bereits erwähnt). Dieses Foto entstand im November 2005 am U-Bahnhof «Sendlinger Tor» und gehört zu den letzten Fotos, die von Zwergarl gemacht wurden. |
| Am 1. Dezember 2005 ist der Zwergarl an einer Überdosis gestorben. Er war noch warm, als der Notarzt kam. Tot. Sie konnten nichts mehr für ihn tun. Ich war zu dem Zeitpunkt zu hause und habe geschlafen, und konnte dadurch seinen Tod nicht verhindern. Und mir blieb der Horror erspart dabei zu sein, wenn mein bester Freund drauf geht. Hier, in einem kleinen Drecksnest bei München Namens «Anzing» liegt er nun begraben. Sechs mal habe ich schon seinen Grab besucht. Bald gehe ich wieder hin. |
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